Auf dem Weg in die Wissensgesellschaft

Wir leben überwiegend noch im Zeitalter des Taylorismus. Geprägt durch seine prozessuale Arbeitsweise, die Ihren Ursprung in der Fließbandproduktion hatte. Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass es in vielen Unternehmen eine Sprache gibt, die häufig eine Analogie zu Maschinen hat. Beschreibungen wie: „Jeder Mitarbeiter ist ein Zahnrad im Gesamtsystem.“ oder: „Wir müssen den Output der Organisation erhöhen!“ hat vielleicht der eine oder andere schon mal gehört.

Unsere Arbeitswelt wird durch Prozesse definiert. Und sind diese sehr konstant, wie z. B. in der Produktion, helfen Regeln durchaus diese vernünftig zu bearbeiten. Verändern sich Prozesse dagegen ständig, stoßen Regelwerke schnell an Ihre Grenzen. Häufig wird dann versucht alle Abweichungen und Ausnahmen zu beschreiben und Regeln dafür zu definieren. Eine fast nicht lösbare Aufgabe, die bei vielen Beteiligten zu Frust und Verunsicherung führen kann.

Was tun in einer Welt voller Dynamik, in der das Unvorhergesehene zum Standard wird?

Schauen Sie sich Ihre Bereiche genau an. Wo finden Sie gleichbleibende Prozesse, die gut mit einem Regelwerk beschrieben werden können? Und wo haben Sie Bereiche, in denen es kaum vorhersagbar ist, was so alles passieren kann? In diesen Bereichen ist es schwer einen Prozess zu definieren und mit einem Regelwerk den Mitarbeitern eine Hilfestellung zu geben, um auf wechselnde Anforderungen reagieren zu können.

Was hilft stattdessen?

Wir bei FluidCulture plädieren für die Ausarbeitung von Handlungs-Prinzipien (Kodizes), die einen Rahmen für Mitarbeiter vorgeben. Im Unterschied zu Regeln, sind Handlungsprinzipien nicht eindeutig einem Fall zuordbar. Sie sind weiter gefasst und bieten mehr Spielraum. Sie können deutlich flexibler angewendet werden.

Hier mal ein Beispiel aus der Entwicklung für neue Produkte:

Eine Regel könnte sein:

Eine Idee für ein neues Produkt muss in der F&E-Abteilung, mit dem Change-Request Formular 4812 beantragt werden. Über die Umsetzung entscheidet das Management, im halbjährlichen Strategiemeeting.

Ein Handlungsprinzip liest sich vielleicht so:

Der Zweck unseres Unternehmens ist eindeutig beschrieben. Jeder Mitarbeiter hat für sich ableiten können, wie er mit seiner Tätigkeit, seinen individuellen Zweck erfüllt und damit zur Erfüllung des Zwecks des Unternehmens beiträgt. Jede Idee für ein Produkt, welches den Zweck unseres Unternehmens weiterentwickelt, ist willkommen. Basierend auf unseren gelebten Kooperationswerten kann jeder Mitarbeiter eine Idee für ein Produkt umsetzen. Mit einer Vorstellung der Idee, während des wöchentlichen Infomeetings, können weitere Projektmitglieder gewonnen werden, um einen ersten Prototypen (MVP – Minimal Viable Product) zu erstellen. Und bitte immer daran denken! Wann immer die Idee aus dem Treffen mit einem Kunden entstanden ist, sollte diesem die Möglichkeit eingeräumt werden an der Entwicklung mitzuwirken. Wir sorgen für Innovationen bei unseren Kunden!

Ein Handlungsprinzip zu erstellen ist aufwendiger. Es müssen zahlreiche Rahmenbedingungen geklärt sein, damit sie auch von vielen angewendet werden. Wie der bereits angedeutete Zweck eines Unternehmens. Ist dieser allen klar? Verstehen alle das gleiche darunter? Und stehen auch alle dahinter?

Fast noch wichtiger sind die gelebten Werte. Wie viel Vertrauen, Teamgeist, Offenheit aber auch Risiko- und Leistungsbereitschaft müssen vorhanden sein, um eine Umsetzung wie im oben beschrieben Handlungsprinzip durchführen zu können?

Der Aufwand für die Erstellung eines Handlungsprinzip lohnt sich. Denn einmal erstellt, ist er deutlich zeitloser, da er nicht prozess-, sondern haltungsbasiert ist.

Wir helfen Ihnen gerne dabei Ihre Rahmenbedingungen so weiter zu entwickeln, dass sich aus Regeln Handlungsprinzipien entwickeln. Denn es gilt…

 … Regeln werden befolgt, Prinzipien werden gelebt.