Eine gute Vision erhöht die Identifikation und Motivation Ihrer Mitarbeiter

Die Vision gibt Orientierung bei zahlreichen Themen. Sie ist die Grundlage für die Erstellung der Mission und Strategie, sowie daraus abgeleitete Ziele, Programme und Projekte. Die Vision richtet die Menschen und ihr Handeln in der Organisation aus. Die Vision gibt der Organisation einen sinnvollen Zweck und dient als Inspiration. Sie sollte die Werte und Grundsätze wiederspiegeln, die wünschenswert sind. Die Vision ist das Fundament auf der die Zukunft gebaut wird.

Gute Unternehmensvisionen besitzen einige der hier aufgeführten Attribute:

  • auf die Zukunft gerichtet
  • richtungsweisend
  • klar
  • relevant
  • Zweck getrieben
  • Werte basiert
  • herausfordernd
  • einzigartig
  • strahlend
  • inspirierend

Wenn eine gute Vision die Organisation durchdringt und einen strahlenden Zustand in der Zukunft beschreibt, darf sie kurz und prägnant sein. Wichtig ist aber immer, dass sie eine hohe Identifikation der Mitarbeiter erreicht. Sie wollen wissen, wofür Ihr Unternehmen steht und welchen sinnvollen Zweck ihre Arbeit hat. Sie wollen zu inspirierende Zielen beitragen, eigenständige Entscheidungen treffen und selbstständig handeln. Darauf basiert die emotionale Bindung zum Unternehmen und das sichert den langfristigen Erfolg von Unternehmen.

Beispiele für gute Visionen

Wikipedia:

“Imagine a world in which every single person is given free access to the sum of all human knowledge”

“Stell Dir eine Welt vor, in der jeder einzelne Mensch freien Zugriff auf die Gesamtheit des menschlichen Wissens hat.”

Dem ist nichts hinzuzufügen!

Immer noch revolutionär ist die Gründungsvision von Microsoft, aus dem Jahr 1975:

„Ein Computer auf jedem Schreibtisch und in jedem Zuhause.“

Diese Vision sprach wahrscheinlich nur einen kleinen Teil der damaligen Menschen an. Aber die waren davon begeistert. So auch die Mitarbeiter. Sie haben durch diese Vision Ihren Beitrag, zu einem großen Ganzen, ableiten können. Noch heute ist eine Energie zu spüren, die von dieser Vision ausgegangen ist.

Beispiele für schlechte Visionen

BASF:
„Wir sind „The Chemical Company“ und arbeiten erfolgreich auf allen wichtigen Märkten.“

Ein Beispiel für ein Vision-Statement, das eher eine Wettbewerbsposition ausdrückt, als eine wirkliche Vision.

 REWE:
 „Die Beste Leistung – für Kunden, Kaufleute, Mitarbeiter.“

Wer würde sich als Mitarbeiter von dieser Vision angesprochen fühlen? Löst sie Emotionen aus, die einen bewegt, mitnimmt oder motiviert? Ergibt sich daraus die Möglichkeit für Mitarbeiter einen sinnvollen Zweck, der eigenen Tätigkeit, abzuleiten?

Viele Visionen stellen die aktuelle Geschäftstätigkeit in den Mittelpunkt. So wird aber die Chance verpasst, einen richtungsweisenden Zustand für die Zukunft zu beschreiben, den man mit Leidenschaft unterstützen möchte.

Auch allgemeine Statements wie: „In den nächsten 5 Jahren wollen wir 20 % Marktanteil haben!“  oder „Wir wollen doppelt so stark wachsen wie der Markt, bei 15 % Profit“ sind als Unternehmensvisionen ungeeignet.

Diese Aussagen sind vielleicht noch für Investoren und Aktionäre interessant. Aber für viele andere, insbesondere für die Mitarbeiter, ohne emotionale Bedeutung.

Wie würden Sie sich als Kunde von dieser Vision angesprochen fühlen?

Internationale Studie zu Visionen

Eine weltweite Studie des Beratungsbüros &samhoud über Unternehmensvisionen zeigt, dass deutsche Organisationen mit der Entwicklung inspirierender Visionen und ihrer Umsetzung, in allen Unternehmensprozessen, hinterherhinkt. Vor allem in den schnell wachsenden Volkswirtschaften Asiens werden Unternehmensvisionen begeistert umgesetzt. Asiatische Manager teilen mit, welche Auswirkungen ihre von Visionen angetriebene Unternehmensführung hat: Ziele werden klarer, die Kundenzufriedenheit wächst, Kreativität nimmt zu und der Fokus liegt stärker auf Leistung.

An der Studie von &samhoud beteiligten sich insgesamt 3.000 Manager aus China, Indien, Malaysia, den Niederlanden, Spanien, den USA und Deutschland. Von diesen Ländern hat offenbar Malaysia die meisten von Visionen angetriebenen Organisationen.

Deutschland steht an letzter Stelle!

Salem Samhoud, Gründer von &samhoud: “Von Visionen angetriebene Unternehmen liefern nun einmal bessere Ergebnisse. Obwohl 83% der deutschen Manager eine Unternehmensvision wichtig finden, geben nur 67% von ihnen an, dass ihr Unternehmen tatsächlich eine Vision hat. Visionen werden in Deutschland also zu wenig gelebt, und das kann langfristig zu einer enormen Vernichtung von Werten führen.”

Quelle: http://www.samhoud.com

Der Weg zu einer guten Vision

So wichtig eine Vision für Unternehmen ist, so schwierig ist es eine zu entwickeln. Wir von FluidCulture bieten deshalb einige Zwischenschritte an, aus denen sich eine Vision ergeben kann. Über die Ermittlung Ihrer wichtigsten Akteure, definieren Sie zunächst Ihren Zweck des Unternehmens. Zusammen mit ausgearbeiteten Werten, die Sie in Ihren Kernaufgaben und -Prozessen leben wollen, ergibt sich ein Bild für eine Führungsvision.

Werden beiden Themen kommuniziert und gelebt, ist der Schritt zu einer guten Vision deutlich kleiner. Häufig entwickelt sie sich aus der Organisation heraus, unter Mitwirkung vieler Mitarbeiter. Ein sehr schöner Vorgang.